Kwasniok steht vor Entlassung – 1. FC Köln spricht mit Ex-VfB-Trainer Korkut
Der 1. FC Köln arbeitet mit Hochdruck an der Ablösung von Trainer Lukas Kwasniok. Der ehemalige VfB-Stuttgart-Coach Tayfun Korkut hat nachweislich erste Gespräche für die Trainerposition geführt. Die Entscheidung folgt auf wachsendem Druck aufgrund schlechter Leistungen, einer Serie von sieben Spielen ohne Sieg sowie umstrittener Kaderentscheidungen – darunter die Benachteiligung wichtiger Spieler. Die Vereinsführung ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Wechsel unumgänglich ist.
Nur Wochen nachdem bekannt wurde, dass Kwasniok unter besonderer Beobachtung steht, hat sich die Stimmung gegen den 45-Jährigen drastisch verschlechtert. Trotz eines vielversprechenden Saisonstarts, der Hoffnungen auf einen starken Platzierung in der oberen Tabellenhälfte geweckt hatte, ist Köln inzwischen auf Platz zehn der Bundesliga abgerutscht. Der jüngste Rückschlag war das 2:2-Unentschieden gegen den 1. FC Heidenheim – ein Ergebnis, das die Kritik an den Entscheidungen des Trainers noch verschärft hat.
Im Mittelpunkt des wachsenden Unmuts steht Kwasnioks Umgang mit dem Kader, insbesondere die völlige Ausschluss von Stürmer Luca Waldschmidt. Die Nichtberücksichtigung des 29-Jährigen – vom Trainer mit öffentlicher Kritik und inneren Meinungsverschiedenheiten begründet – wird weithin kritisiert. Fans und Experten werfen Kwasniok vor, „einige der besten Spieler des Vereins vor sich hin vegetieren zu lassen“. Während des Heidenheim-Spiels zeigten FC-Ultras ein Anti-Kwasniok-Plakat und verdeutlichten damit die Tiefe der Frustration bei der Fangemeinde.
Obwohl Kwasniok zuvor dem Vertrauen der Führungsetage entsprach, geben Kreise nahe dem Verein bekannt, dass jüngste Leistungen und sein Umgang mit dem Team zu einer Änderung der Haltung geführt haben. Die bevorstehenden Spiele gegen Bayern München, Mainz 05 und den SC Freiburg waren zunächst als entscheidend für seine Zukunft eingestuft worden, doch der Vorstand hat sich dafür entschieden, die Pläne für einen Nachfolger zu beschleunigen.
Tayfun Korkut trat als erster türkischer Trainer in der Bundesliga in die Geschichte ein. Sein bemerkenswertester Erfolg gelang ihm 2018, als er VfB Stuttgart von einem Abstiegskandidaten zu einem siebten Tabellenplatz formte – eine Leistung, die ihm eine Vertragsverlängerung einbrachte, ehe er noch im selben Jahr entlassen wurde. Der 49-Jährige war zudem Trainer bei Hannover 96, Bayer Leverkusen und Hertha BSC und hat den Ruf, Teams in schwierigen Situationen zu stabilisieren – auch wenn seine Amtszeiten oft von kurzer Dauer waren und mit einer Entlassung endeten.
Der Sportdirektor von Köln bestätigte, dass die ersten Gespräche mit Korkut positiv verlaufen sind, und fügte hinzu, dass der Verein zielt darauf ab, eine Entscheidung vor dem nächsten Ligaspiel zu treffen, um dem Kader Klarheit zu verschaffen.